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Fragen - Antworten
Ist die Vermehrung der Sukkulenten schwierig?
Fast alle sukkulenten Pflanzen lassen sich leicht vermehren.
Sich nicht verzweigende Sukkulenten bilden oftmals Nebensprosse, auch Kindel genannt. Diese Kindel bilden sich meist an der Basis der Sukkulente.
Vermehrung mit Seitensprossen
Die Nebensprosse lassen sich in der Regel leicht abtrennen. Man pflanzt die abgetrennten Kindel in kleine Pflanzgefäße und kultiviert sie sofort wie ausgewachsene Exemplare. Falls die Kindel jedoch fester an der Mutterpflanze sitzen und man sie mit einem Messer abschneiden muss, lässt man vor dem Einpflanzen die Schnittfläche zwei bis drei Tage antrocknen.
Kindel ziehen schnell Wurzeln
Es ist bei den Sukkulenten nicht wichtig, ob die Kindel beim einpflanzen bereits eigene Wurzeln besitzen. Auch ein noch nicht bewurzelter Nebenspross bildet sehr schnell Wurzeln aus, wenn man ihn auf eine leicht angefeuchtete Blumenerde legt und bei guten Licht- und Temperaturverhältnissen aufstellt.
Vermehrung durch Blattstecklinge
Einige der sukkulenten Pflanzen kann man durch Blattstecklinge (siehe Crassula) vermehren. Man trennt oder schneidet möglichst vorsichtig ein Blatt ab und lässt es zwei oder drei Tage lang antrocknen. Das trockene Blatt legt man flach auf die Erde oder man steckt es mit der Schnittfläche in die Erde. Falls eine Vermehrung durch Blattstecklinge bei einer Sukkulente möglich ist, finden Sie den entsprechenden Hinweis in der jeweiligen Kulturanleitung
Einfache Vermehrung sich verzweigender Sukkulenten
Die zwei anderen Hauptgruppen von Sukkulenten sind die sich verzweigenden sukkulenten Pflanzen und die gruppenbildenden Arten der Familie der Aizoaceae, beispielsweise Faucaria und Lithops. Besonders die Lithops-Arten lassen sich sehr leicht teilen und können sofort eingetopft werden.
Wie viel Wasser können Saguaro Kakteen speichern?
Grosse Exemplare können bis zu 3'000 Liter Wasser speichern.
Die bis 15 m hoch wachsenden Kakteen sind das Wahrzeichen von Arizona - wir kennen sie aus vielen Western-Filmen. Die säulenartigen Stämme verzweigen sich in 2-3 m Höhe kandelaberförmig - die Pflanzen können regelrechte »Wälder« bilden. Die wenigen Triebe haben einen Durchmesser von 30-65 cm, sie wachsen senkrecht nach oben und haben 12-24 Rippen. Die braunen Areolen sind dicht mit gelblichen Dornen bestückt, die Mittelstacheln werden bis zu 7cm lang. Die typischen Fledermausblüten sind weiß, sitzen in Scheitelhöhe und bleiben Tag und Nacht offen. Die Früchte werden 9 cm lang und sind in reifem Zustand rot und essbar.
Große Exemplare von Carnegia gigantea speichern bis zu 3 000 Liter Wasser und können längere Zeit ohne Niederschläge überleben. Die flachen Wurzeln entwickeln eine Gesamtlänge von bis zu 100 Kilometern. Am heimischen Standort ist C gigantea eine vielseitige Nutzpflanze. Der Holzkörper dient als Baumaterial, Früchte und Samen sind Nahrungsmittel, aus der saftigen Pulpa wird ein Getränk gewonnen.
Anderes Substart für epiphytische Kakteen?
Epiphytischen Kakteen bevorzugen lokeres, humoses Substrat.
Aufgrund der natürlichen Standortverhältnisse bevorzugen die Epiphyten unter den Kakteen lokere, humose Substrate von etwa pH 5,5, also leicht saure Reaktion. Recht gut eignen sich die Torfkultursubstrate, gebrauchsfertig angeboten. Man kann sich auch selbst geeignete Erden mischen: Es wird feuchter Tofmull verwendet und diesem noch etwas nahrhafte Komposterde, Quarzsand und Hornspäne beigemischt. Wichtig ist auch gute Luftdurchlässigkeit dieser Substrate. Man bevorzugt daher möglichst grobfaserigen Torfmull oder gibt noch einen Anteil klein gehacktes Torfmoos - Sphagnum - mit in die Erde. Der Torfanteil sollte in allen Fällen 50% betragen.
Den epiphytischen Kakteen stehen in den Humuserden der tropischen Wälder bedeutend mehr Nährstoffe zur Verfügung, als man gemeinhin annimmt. Sie bevorzugen dabei selbst höhere Gaben stickstoffreicher Dünger und unterscheiden sich daher in der Pflege von den übrigen Kakteen ganz wesentlich. Bei der Kultur epiphytischer Kakteen ist das unbedingt zu berücksichtigen.
Quelle: Alles über Kakteen und andere Sukkulenten von Dieter Herbel
Zu welchem Land gehört Baja California?
Baja California gehört zu Mexiko.
Anders, als es der Name vermuten lässt, gehört Baja California nicht zum amerikanischen Bundesstaat Kalifornien, sondern zu Mexiko. Die mexikanische Halbinsel ist die zweitgrößte der Welt und erstreckt sich über eine Länge von 1200 Kilometern. Menschen gibt es hier kaum, dafür aber atemberaubende Landschaften und eine artenreiche Tierwelt. Von Nord nach Süd verläuft das Gebirge Sierra San Pedro Mártir durch die Halbinsel. Berühmtheit erlangte Baja California auch, weil dort in einem 100.000 Quadratkilometer großen Gebiet ein Großteil des James-Cameron-Films Titanic gedreht wurde. Besonders spannend: Im Sommer werden hier Temperaturen bis zu 40 Grad gemessen, die Luftfeuchtigkeit ist sehr gering, alles trocknet aus. Doch sobald einige Tropfen kühles Nass auf den Boden fallen, bricht ein wahres Blütenmeer aus ihm hervor.
Baja California ist eine schmale und langgezogene Halbinsel im Westen Mexiko von 1200 km Länge und 80 bis 220 km Breite. Auf ihr liegen die mexikanischen Bundesstaaten Baja California (Niederkalifornien) und Baja California Sur (Süd-Niederkalifornien). Sie ist größer als die Apenin-Halbinsel Italiens und etwa doppelt so lang wie der US-Bundesstaat Florida. Der größte Teil der Fläche wird durch die Wüstenvegetation der Sonora bestimmt. Die Herkunft des Namens „Kalifornien“ ist unklar, wahrscheinlich ist er aus dem Ritterroman Las Sergas de Esplandián von Garci Rodriguez de Montalvo übernommen oder leitet sich von der Bezeichnung calida forna – „heißer Ofen“ – her.
Im Norden wird die Halbinsel vom US-Bundesstaat Kalifornien bzw. den westlichen Ausläufern des mexikanischen Bundesstaates Sonora, im Westen vom Pazifik und im Osten vom Golf von Kalifornien begrenzt. Die beiden Küsten sind dabei sehr unterschiedlich. In den kalten, vom Norden und aus der Tiefe kommenden Strömungen der Pazifikküste beobachtet man Wale, die von und zu ihren südlicheren Fortpflanzungsstätten ziehen.
Der Golf ist dagegen eher mit dem Mittelmeer vergleichbar, da dort das Wasser wärmer ist. In den Norden des Golfs von Kalifornien mündet der Colorado River. Im nördlichen Golf herrschen durch den hohen Tidenhub bei Ebbe und Flut starke Strömungen im flachen Wasser. Weiter südlich ist der Golf dagegen zum Teil sehr ruhig. An einigen Stellen sieht man dort nachts interessante Phänomene der Biolumineszenz, und man kann Robben oder Delfine bei der Fischjagd beobachten. Speziell der Pazifikküste sind bedeutende Fischfanggründe vorgelagert.
Die Halbinsel verfügt über eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Zu nennen sind hier die Handwühlen, Seitenfleckenleguane, Fransenzehenleguane, Diamantklapperschlangen, der Kitfuchs, der Hoskins-Sperlingskauz sowie der Cardon-Kaktus, Ocotillos, der Boojum und der Saguaro-Kaktus. Es brüten außerdem der Craveri- und der Lummenalk auf Inseln vor Niederkalifornien. Beide Alkenvögel gehören zu den gefährdeten Vogelarten. Daneben gibt es auch Brutkolonien des Aleutenalks, der zu den etwas häufigeren Alkenvögeln zählt.
An der Pazifikküste ist der Himmel oft wolkenbedeckt. Direkt am Pazifik hält sich der Nebel auch im Sommer oft bis über die Tagesmitte hinaus.
Seit 1976 verbindet die einzige Hauptverkehrsstraße – die Transpeninsular – den Norden mit dem Süden. Sie reicht von der Grenze zu den USA bis zum südlichsten Punkt der Halbinsel in Cabo San Luca, dem viertgrößten Badeort Mexikos nach Cancun, Puerto Vallarta und Acapulco.
Was ist ein Kaktus?
Die ausführliche Erklärung dazu.
Das Wort Kaktus stammt vom griechischen "kaktos", was die Bezeichnung für eine stachelige, distelähnliche Pflanze Siziliens war. Das heutige Bild des Kaktus wird geprägt von Hollywood-Western, Comics oder Zigaretten rauchenden, freiheitsliebenden Cowboys aus der Werbung. Mit Kakteen sind danach die meist riesigen Kandelaber-Kakteen gemeint. Aber auch der im ganzen Mittelmeerraum den Touristen zugängliche Feigenkaktus und die auf unzähligen Fensterbrettern als Mitbringsel vegetierenden Miniaturausgaben prägen das heutige Bild und lassen im Sprachgebrauch fast jedes fleischige, stachelige und bizarre Gewächs zum Kaktus werden.
Für den Kaktus typisch ist das Fehlen von Blättern, die Bestachelung, das geometrische Muster bestehend aus Stachelreihen, Höckern oder Rippen und natürlich ihr dickfleischiger Aufbau, der als Sukkulenz bezeichnet wird. Die Größe variiert dabei von nussgroßen Blossfeldia-Arten bis zu den tonnenschweren kandelaberartigen Pachycereus und Carnegiea oder teilweise über 20m hohen Pereskia-Arten, die als die primitivsten Kakteen gelten und unseren Laubbäumen am ehesten ähneln. Alle anderen Kakteen-Arten haben die Blattfunktion in die Stämme verlagert, die bei jungen Pflanzen noch grün sind, später aber zunehmend verholzen.
Botanisch nicht korrekt ist die Bezeichnung der Dornen als Stacheln. Sie sind keine Auswüchse des Stammes, sondern umgebildete Blätter und wachsen aus filzigen Polstern, die Areolen genannt werden. Die Stacheln schützen vor Tierfraß und verringern die Wasserverdunstung, in dem sie an der Kaktusoberfläche die Luft "still" halten. Am unangenehmsten sind die nur wenige mm langen, sehr dünnen und spröden mit Widerhaken versehenen Stacheln, die sog. Glochidien, die für die Unterfamilie der Opuntioideae charakteristisch sind.
Die Blüten der Kakteen besitzen keinen Stiel und entspringen meisten einzeln einer Areole. Die Blütezeit ist aufgrund der klimatischen Lebensräume, wo jede Oberflächenvergrößerung Nachteile mit sich bringt, um so kürzer je größer die Blüte ist oder sie ist auf die Nachtzeit beschränkt.
Die Sukkulenz (Dickfleischigkeit) ist das auffälligste Merkmal aller Kakteen. Dieser Mechanismus der Oberflächenreduzierung, der auch von Pflanzen entwickelt wurde, die nicht zu den Kakteen gehören, verringert die Transpiration beträchtlich. Ein 1cm dicker Flachspross der Opuntien verliert ca. 200mal weniger Wasser als ein gleichgroßes Buchenblatt.
Kakteen kommen mit vergleichsweise wenig Spaltöffnungen aus, die sie zur Begrenzung des Feuchtigkeitsverlustes außerdem am Tage geschlossen halten. Da CO2 für die lichtabhängige Photosynthese also nur nachts aufgenommen werden kann, muss es vorübergehend an Brenztraubensäure angelagert und bis zum Morgen als Äpfelsäure gespeichert werden. Während tagsüber die Photosynthese wie bei den Mesophyten abläuft, nimmt der Säuregrad mit dem CO2-Verbrauch bis zum Nachmittag wieder ab. Der sich im Tagesverlauf ändernde pH-Wert des Zellsafts kann sogar geschmeckt werden.
Leider sind immer mehr Kakteenarten von der Ausrottung bedroht. Weltweit schmücken Hobby- und Landschaftsgärtner gern ihre Fensterbänke, Gewächshäuser oder Gärten mit Exoten aus aller Herren Länder. Die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) warnt zusammen mit der Internationalen Naturschutz-Union IUCN vor der Ausrottung vieler Kakteenbestände in der Chihuahua-Wüste in Mexiko. Dort kommt etwa ein Viertel aller weltweit bekannten ca. 1'500 Kakteenarten vor. Der "Schwiegermutter-Sitz" ist in seinem natürlichen Lebensraum bereits nahezu verschwunden.
Vergeilte Kakteen - Was ist das?
Vergeilte Kakteen haben in den meisten Fällen zu wenig Licht.
Also, vergeilte Kakteen sehen erst einmal untypisch aus. Was jetzt typisch und untypisch ist, lernst Du am besten kennen, indem Du Dir viele Kakteen ansiehst. Besuche mal eine Kakteengärtnerei oder einen Botanischen Garten in Deiner Nähe. Da bekommst Du ausreichend Gelegenheit, viele Kakteenarten und ihr jeweiliges Aussehen kennen zu lernen und vielleicht erkennst Du auch den einen oder anderen Kaktus aus Deiner Sammlung wieder.
Bei säulenförmigen Kakteen ist es so, dass Lichtmangel zu konisch zugespitzten Triebenden führt. Dann ist dort die Körperfarbe heller als normal und die Bestachelung sehr schwach ausgebildet. Das ist das Stadium Deiner Nr. 4. Im Extremfall wächst die Spitze dann, fast stachellost und hellgrün, zu einem dünnen Faden aus.
Bei Mammillarien ist Lichtmangel zuerst an den wesentlich lockerer gestellten Warzen zu erkennen. Während die Warzen im Normalfall prall und dicht an dicht gestellt sind, zeigen vergeilte Pflanzen größere Zwischenräume zwischen den Warzen. Dann leidet die Ausbildung der Bestachelung und später wird auch hier der Trieb hell und dünn.
Üblicherweise sieht man Vergeilung nur an Kakteen, die von Laien über den Winter gegossen werden. In unseren Breiten bekommen die Pflanzen im Winter eben auch am hellsten Südfenster nicht ausreichend Licht, um typisch kompakt und gedrungen wachsen zu können.Wenn Dir die Kakteen während der Vegetationszeit vergeilen, solltest Du ihnen dringend einen wesentlich helleren Platz geben. Das Fensterbrett eines nach Süden weisenden Fensters wäre (wenn ohne Gewächshaus) die erste Wahl. Die Anzahl an West- und Ostfenstern noch gut gedeihender Kakteenarten ist nicht sehr groß. Hier wachsen aber eine Anzahl "anderer" Sukkulenten noch ganz ordentlich. Ein Nordfenster scheidet für Sukkulenten völlig aus.
Dann wäre noch zu bemerken, dass vergeilte und somit geschwächte Pflanzen viel empfindlicher auf Krankheiten und Schädlinge reagieren. Das weiche und lockere Gewebe der vergeilten Triebe ist ein gefundenes Fressen für Pilze, Bakterien, Läuse und Spinnmilben.
Und nochmal zum Thema Bestimmung. Einige Kakteen sehen ja so typisch aus, dass man sie auf den ersten Blick erkennt. Deine Pflanzen gehören leider nicht dazu. Alleine bei den Mammillarien gibt es hunderte Arten, die sich aus der Entfernung verflixt ähnlich sehen. Unterschiede gibt es aber z.B. es in Körperfarbe, Größe und Form der Warzen, Anzahl der spiralig verlaufenden Warzenreihen, Farbe, Form, Länge, Anzahl und Anordnung der Stacheln auf den Areolen und der Wolle oder Borsten in den Axillen. Hinzu kommen Farbe, Form und Größe der Blüten, Anzahl der Blütenblätter
Wie schon Goethe sagte: MEHR LICHT!
Frank www.euphorbia.de
Halluzinogene in Kakteen?
Was sind Halluzinogene?
Unter dem Begriff Halluzinogene fasst man eine Gruppe von Substanzen zusammen, deren Wirkung man im allgemeine als "halluzinogen", also "Halluzinationen hervorrufend" einstuft. Diese Beizeichnung ist allerdings nicht ganz korrekt, da es sich bei den Erlebten Eindrücken in der Regel nicht um Halluzinationen im eigentlichen Sinne handelt. Halluzinationen sind nämlich Sinnestäuschungen, die von der Peron, die sie erlebt, nicht von der realen Welt bzw. den Sinneseindrücken, die einen realen Ursprung haben, getrennt werden können. Unter dem Einfluss klassischer Halluzinogene hingegen stellt sich meist kein Realitätsverlust ein.
Wirkung?
Bei der Wirkung der Halluzinoge handelt es sich um ein Öffnen sogenannter "Reduktionsschleusen", was eine Flut von neuen Eindrücken in das Bewusstsein des Konsumenten treten lässt. Das Erlebte hat somit im Normalfall einen direkten Bezug zur Realität. Die gewonnen Eindrücke werden von Freunden der Halluzinogene in der Regel als Bereicherung gesehen, die zu einem tieferen Einblick in das Wesen der Welt und der Wirklichkeit verhelfen kann.
Bekannte Halluzinogene
Die bekannten Halluzinogene sind die natürlich vorkommenden Stoffe Psilocin und Meskalin. Eines der potentesten Halluzinogene wurde 1937 erstmals synthetisch hergestellt und trägt den Namen LSD. Heute sind noch viele weitere Halluzinogene bekannt, die in der Regel illegal sind. Am Schwarzmarkt sind neben Pilzen, die Psilocin enthalten, kaum andere Halluzinogene außer LSD erhältlich. Tauchen sie doch auf, werden sie meist unter dem besser bekannten Namen LSD verkauft. Meskalin wird heute kaum noch eingenommen und wenn dann fast immer durch den Verzehr selbst gezüchteter Kakteen (San-Pedro-Kaktus, Peyote-Kaktus).
Wissenswertes über Kakteen und Sukkulenten
Was hatte der König Juba II von Mauretaien mit Sukkulenten zu tun?
Juba II, König von Mauretanien, war einer der ersten Sukkulentenforscher überhaupt.Julius Caesar hatte ihn als Kind nach Rom gebracht, wo er erzogen wurde. Der römische Kaiser Augustus setzte ihn im Jahre 30 v.d.Z. als römischen Bundesgenossen in sein väterliches Reich Mauretanien ein. Juba war ein kenntnissreicher Gelehrter, er schrieb über Geographie und Botanik, u.a. ein Buch "De Euphorbia herba". Laut Plinius enteckte er die medizinische Verwendbarkeit des Milchsaftes einer Euphorbia aus dem Atlas-Gebirge. Sein Leibarzt hiess EUPHORPUS, und nach beiden ist die Euphorbia regis-jubae benannt. EUPHORPUS soll auch den Kaiser Augustus mit Euphorbia antiquorum von einer schweren Krankheit, an der er seit Jahren litt, geheilt haben. Die alte Bezeichnung Euphorbia wurde dann 1753 von Linné als Genussname übernommen. Die Euphorbien gehören nicht in die Familie der Kakteen.
Quelle: Kakteen von A-Z von Walther Haage
Kakteen und der Winter
Sukkulenten und Kakteen trotzen Eis und Schnee?
Agave, Aloe oder Kaktus: Wer eine pflegeleichte Pflanze sucht, wählt eine Sukkulente. Dank ihres wasserspeichernden Gewebes nehmen diese Pflanzen ein unregelmäßiges Gießverhalten ihres Besitzers nicht übel. Sukkulenten und Kakteen sind die Exoten im Wohnzimmer und echte Klassiker auf dem Fensterbank. "Sie rufen besonders jetzt in der kalten Jahreszeit die Urlaubsgefühle aus dem Sommer wieder hervor", sagt der Floristmeister und Gärtner Bernd Kauffmann aus Heimsheim. Die Besonderheit dieser Pflanzen liegt in ihrem Wachstum. "Die krummen und schiefen Formen - eigenwillig gewachsen - beleben den Wohnraum. Wer beispielsweise alles streng architektonisch geradlinig in seiner Wohnung angeordnet hat, erzielt mit einer schräg und krumm gewachsenen Pflanze einen regelrechten Eyecatcher." Besonders in Verbindung mit hohen Pflanzgefäßen, auf den die Sukkulenten scheinbar thronen, sind sie ein schöner Blickfang. "Einen eigenwilligen Reiz senden zudem die verschiedenen Oberflächenstrukturen aus, da die Sukkulenten beispielsweise behaart, glatt oder metallisch glänzend sind", so Kauffmann. Er empfiehlt, die pflegeleichten Pflanzen alle zwei Wochen in zimmertemperaturwarmes Wasser zu tauchen. Zu kaltes Wasser lässt die Blätter gelb werden und abfallen. Ihr Vorteil gegenüber anderen Zimmerpflanzen: Sukkulenten können teilweise auch im Dunklen stehen, was zwar das Wachstum bremst, dem Gewächs aber nicht schadet. Während man im Gartenbereich ein Drittel Blumenerde mit zwei Drittel mineralischen Bestandteilen wie Quarzsand und Blähton mischt, genügt in Topfbepflanzungen ein Verhältnis von eins zu eins. "Sukkulenten sind wahre Durstkünstler, deshalb sollten Kakteen im Winter sechs Monate lang überhaupt nicht gegossen werden", sagt der Garten- und Landschaftsarchitekt Martin Haberer aus Nürtingen. Seine Leidenschaft für diese Pflanzen, insbesondere für die Hauswurzarten, begann vor 40 Jahren. "Ich sah sie in der Natur, in den Bergen der Alpen, und war von den vielfältigen Arten fasziniert, die so anspruchslos zwischen den Steinen wuchsen", erzählt Haberer, der auch ein Buch über Sukkulenten geschrieben hat. Wer sich an einem kleinen Steingarten probieren möchte, kann Haberer zufolge zu diesen robusten winterharten Sukkulenten greifen: Der zwischen 5 und 15 Zentimeter hohe "Weiße Mauerpfeffer" (Sedum album) bezaubert im Juli und August mit seinen weißen Sternblüten. Im Winter erträgt er minus 25 Grad, seine ansonsten grünen Blätter färben sich dann - wie auch bei Trockenheit - rotbraun.
Die rosablühende Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium) wiederum eignet sich mit ihren kriechenden Trieben für dicke Polster im Beet. Die Rosetten der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) können bei nahrhaftem Boden von normalen 5 Zentimetern bis auf 20 Zentimeter Durchmesser anwachsen. Die Pflanze trägt im Sommer rosafarbene Blüten an bis zu 40 Zentimeter hohen Stängeln. Exotisch anmutend passt die ebenfalls rosettenförmige Sempervivum arachnoideum 'Alpha' dazu, deren braunrote Blätter silbrig übersponnen sind. Bewährt hat sich auch die Sempervivum 'Othello' mit ihren großen braunroten Rosetten. Wer sich an größere Pflanzen traut, kombiniert Sukkulenten mit Stauden. Eine Harriman Yucca (Yucca harrimaniae) aus der Gattung der Palmlilien (Yucca) beispielsweise ist frosthart bis ungefähr minus 18 Grad und kann mit ihrem Blütenstand bis zu einem Meter über die eigenen Blätter hinausragen. Die glockenförmigen cremefarbenen Blüten ziehen von April bis Juli die Blicke auf sich. Das dornenreiche und strauchig wachsene Kakteengewächs Opuntia polyacantha 'Wiebke' bildet mit einer Wuchshöhe von rund 15 Zentimetern und den himbeerroten Blüten einen wunderschönen Kontrast im Beet. Die Opuntien tragen im Herbst meist farbige Früchte, die teilweise essbar als Kaktusfeigen in Supermärkten angeboten werden.
Quelle: Martin Haberer, Hans Graf: "500 winterharte Sukkulente und Kakteen". Ulmer. 190 S., ISBN: 978-3800154876
Bequemer Sitz?
Was hat ein "Schwiegermutter-Sitz" mit Kakteen zu tun?
Der Echinocactus Grusonii (Goldkugelkaktus) wird in der Schweiz auch ironisch als "Schwiegermutter-Sitz" bezeichnet, bei den Engländern als goldenes Fass (golden barrel). Verantwortlich für diesen Namen sind die zahlreichen und kräftigen Dornen auf den Areolen. Der Name stammt von den griechischen Wörtern echinos (Igel) und cactus. Die Art ist oft in Botanischen Gärten zu sehen. Sie wächst in durchlässiger Erde sehr gut, verträgt aber keine stauende Nässe und liebt viel Wärme. Im Winter darf die Themperatur nicht unter 10 C sinken, sonst entstehen hässliche Kälteflecken. Die Erde sollte auch im Winter nicht ganz austrocknen. Sein Ursprung liegt in Mexiko. (San Luis Potosi bis Hidalgo)
Quelle: Kakteen von Gullmann, Götz und Gröner, Verlag Eugen Ulmer
Anmekung: Der "Schwiegermutter-Sitz" ist in seinem natürlichen Lebensraum bereits nahezu verschwunden.
Was versteht man unter Epiphytischen Kakteen?
Mit dem Begriff Kakteen verbindet sich allgemein die Vorstellung von Pflanzen, die lichtdurchflutete und von extremen Dürreperioden gekennzeichnete Gebiete bewohnen. Bemerkenswerterweise gibt es einige hundert Kakteenarten, deren natürliche Lebensräume überwiegend die feucht-warmen Tropenwälder Süd- und Mittelamerikas sind. Hier besiedeln sie, zusammen mit andren Epiphyten - Orchideen, Bromelien und Farnen - die Stämme und Äste der Urwaldbäume.
Diese Aufsitzer oder Überpflanzen sind keine Schmarotzer, wie irrtümlich häufig angenommen wird, sondern sie haften mit ihren Wurzeln lediglich auf der groben Baumrinde, die sie mit einem dichten Netz überziehen, um möglichst viel Niederschlagswasser und Nährstoffe aus Humusansammlungen - verrotetes Laub und Tierexkremente - aufnehmen zu können. Die Baumkronen sind zudem luftige und verhältnismässig gut belichtete Wuchsorte.
Quelle: Kakteen und andere Sukkulenten, Günter Anderson, Falken Verlag
Was unterscheidet Kakteen von Sukkulenten?
Kakteen gehören als Wasserspeicher ebenfalls zu den Sukkulenten. Die Abtrennung der besonders populären Kakteenfamilie von den "anderen Sukkulenten" durch die Kakteenliebhaber ist rein willkürlich. Dennoch: Kakteen kommen nur in Amerika vor und haben bei den meisten Arten Dornen. Viele Sukkulenten zeigen aufgrund ähnlicher Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt eine Wuchskonvergenz zu den Kakteen, gehören jedoch zu vielen verschiedenen anderen Pflanzenfamilien. Sie besitzen keine Dornen und kommen weltweit vor mit Schwerpunkt auf das südliche Afrika.
Quelle: www.sabon.org
Für was werden Kakteen genutzt?
Im Heimatland besteht er hauptsächlich in der Verwendungsmöglichkeit der Früchte zur menschlichen Ernährung. Die Früchte sind saftig, säuerlich bis süss und sitzen oft dicht gedrängt an den Scheiben der Opuntien und Rippen der Cereen. Opuntien wurden schon in vorkolumbianischer Zeit von den Indianern als Volksnahrung angebaut. Durch die Spanier kamen sie auch in die Mittelmeerländer, wo sie verwilderten. Stachellose, saftige Opuntienglieder dienten in Trockenzeiten als Viehfutter. Säulenkakteen bildeten Einzäunungen und wurden getrocknet als Brennholz, in Südamerika - meist wohl Helianthocereus pasacana - sogar als Bauholuz benutzt. Das Fleisch der grossen Ferocacteen in kleine Würfel geschnitten und kandiert, gab eine Art Konfekt. Der Naturschutz verbot diese Verwendung. Immerhin hat der Saft aus dem inneren der Ferocacteen mitunter schon Menschen vor dem verdursten gerettet. Aus Lophophora und manchen Trichocereen wurden hochwirksame Pharmaka isoliert. Zeitweise wurde aus Jungtrieben von Selenicereen (Königin der Nacht) eine Herzarznei hergestellt.
Quelle: Kakteen von A-Z, von Walther Haage, Quelle & Meyer
Weshalb blüht die "Königin der Nacht" (Selenicereus grandiflorus) in der Nacht?
Viele Bewunderer der "Königin der Nacht" fragen sich, weshalb die Pflanze die schönen Blüten während der dunklen Nachtstunden entfaltet. Bereits kurz nach der Morgendämmerung beginnen die Blüten dann wieder zu verwelcken und nach ungefähr 12 Stunden ist die ganze Pracht vorbei. Das Phänomen der Nachtblütigkeit ist im Pflanzenbereich weit verbreitet; bei den Kakteen allein gibt es mehrere hundert Arten die dieses Phänomen zeigen. Vielen Gartenliebhabern ist vielleicht die Nachtkerze (Oenothera) bekannt, die dieses Phänomen ebenfalls zeigt. Bemerkenswert ist, dass die überwiegende Mehrzahl dieser Nachtblüher über grosse, weisse, vielblättrige Blüten und einen ausgeprägten, süsslichen bis säuerlichen Blütenduft verfügt. Darüberhinaus stammen viele der Nachtblüher mit derart gestalteteen Blüten aus tropischen und subtropischen Gegenden. Das ganze Phänomen ist in Zusammenhang mit der Bestäubung der Blüten zu sehen: Während in unseren heimischen Gefilden viele Blüten von Bienen, Schmetterlingen etc., bestäubt werden, haben sich in den Troppen und Subtropen viele Pflanzen an nachtfliegende Schwärmer, Nachtfalter und ähnliche Tiere angepasst. Nur diese sind auch in der Lage, mit der langen Zunge an dem Grunde der Blütenröhre produzierten Nektar zu erreichen. Der ausgeprägte Blütenduft lockt diese Insekten aus grösseren Distanzen an, und die grossen, weissen Blüten sind für die besonders angepassten Augen dieser Tiere auch in fast völliger Dunkelheuit zu sehen. Zudem hat man herausgefunden, dass die vielen schmalen Blütenblätter, ebenfalls ein typisches Kennzeichen vieler Nachtfalter-Blüten, beim vorbeifliegen des Insektes einen "Flicker-Effekt" bewirken, der das Insekt zusätzlich anlockt. Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass es bei den tropischen und subtropischen Pflanzen auch viele Arten gibt - darunter auch viele Kakteen, welche sich für die Bestäubung auf die ebenfalls nachtaktiven Fledermäuse verlassen. Blüten, die Fledermäuse anlocken, sind normalerweise nicht so gross, aber fleischig und kräftig gebaut. Normalerweise zeigen sie trübe, grünlich-weisse oder rosa-grünliche Farbtöne und verfügen über einen für unsere menschliche Nase unangenehmen, fauligen bis muffigen Geruch. Gerade unter den Säulenkakteen Brasiliens und des nördlichen Südamerikas (v.a. Arten der Gattung Pilocereus) gibt es eine grosse Anzahl Arten, die dieses Phänomen zeigen. Darunter sind sogar Arten, deren Blüten nach frischem oder fauligem Knoblauch riechen.
Quelle: Mitteilungen der Städtischen Sukkulentensammlung ZKG 19, Juni 1988
Was will das Washingtoner Artenschutz-Abkommen?
Die Tatsache, dass weltweit zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von der Ausrottung durch den Menschen bedroht sind, hat am 03.03.1973 zu einem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen geführt. Es sieht vor, dass vor allem die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Pflanzen oder Erzeugnisse einer Genehmigung unterworfen werden, die nur unter sehr strengen Voraussetzungen erteilt werden soll. Für manche Arten wird der Handel ganz untersagt. Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten für den Handel mit den in den Anhängen dieses Übereinkommens aufgeführten Arten sowie für das gewerbsmässige Inverkehrbringen und den gewerbsmässigen Erwerb dieser Exemplare.
Quelle: Kakteen und andere Sukkulenten, Günther Anderson, Falken Verlag
Rolf Ritter














