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Was hatte der König Juba II von Mauretaien mit Sukkulenten zu tun?
Juba II, König von Mauretanien, war einer der ersten Sukkulentenforscher überhaupt.Julius Caesar hatte ihn als Kind nach Rom gebracht, wo er erzogen wurde. Der römische Kaiser Augustus setzte ihn im Jahre 30 v.d.Z. als römischen Bundesgenossen in sein väterliches Reich Mauretanien ein. Juba war ein kenntnissreicher Gelehrter, er schrieb über Geographie und Botanik, u.a. ein Buch "De Euphorbia herba". Laut Plinius enteckte er die medizinische Verwendbarkeit des Milchsaftes einer Euphorbia aus dem Atlas-Gebirge. Sein Leibarzt hiess EUPHORPUS, und nach beiden ist die Euphorbia regis-jubae benannt. EUPHORPUS soll auch den Kaiser Augustus mit Euphorbia antiquorum von einer schweren Krankheit, an der er seit Jahren litt, geheilt haben. Die alte Bezeichnung Euphorbia wurde dann 1753 von Linné als Genussname übernommen. Die Euphorbien gehören nicht in die Familie der Kakteen.
Quelle: Kakteen von A-Z von Walther Haage
Was hat ein "Schwiegermuttersessel" mit Kakteen zu tun?
Der Echinocactus Grusonii (Goldkugelkaktus) wird in der Schweiz auch ironisch als "Schwiegermuttersessel" bezeichnet, bei den Engländern als goldenes Fass (golden barrel). Verantwortlich für diesen Namen sind die zahlreichen und kräftigen Dornen auf den Areolen. Der Name stammt von den griechischen Wörtern echinos (Igel) und cactus. Die Art ist oft in Botanischen Gärten zu sehen. Sie wächst in durchlässiger Erde sehr gut, verträgt aber keine stauende Nässe und liebt viel Wärme. Im Winter darf die Themperatur nicht unter 10 C sinken, sonst entstehen hässliche Kälteflecken. Die Erde sollte auch im Winter nicht ganz austrocknen. Sein Ursprung liegt in Mexiko. (San Luis Potosi bis Hidalgo)
Quelle: Kakteen von Gullmann, Götz und Gröner, Verlag Eugen Ulmer
Was will das Washingtoner Artenschutz-Abkommen?
Die Tatsache, dass weltweit zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von der Ausrottung durch den Menschen bedroht sind, hat am 03.03.1973 zu einem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen geführt. Es sieht vor, dass vor allem die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Pflanzen oder Erzeugnisse einer Genehmigung unterworfen werden, die nur unter sehr strengen Voraussetzungen erteilt werden soll. Für manche Arten wird der Handel ganz untersagt. Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten für den Handel mit den in den Anhängen dieses Übereinkommens aufgeführten Arten sowie für das gewerbsmässige Inverkehrbringen und den gewerbsmässigen Erwerb dieser Exemplare.
Quelle: Kakteen und andere Sukkulenten, Günther Anderson, Falken Verlag
Was versteht man unter Epiphytischen Kakteen?
Mit dem Begriff Kakteen verbindet sich allgemein die Vorstellung von Pflanzen, die lichtdurchflutete und von extremen Dürreperioden gekennzeichnete Gebiete bewohnen. Bemerkenswerterweise gibt es einige hundert Kakteenarten, deren natürliche Lebensräume überwiegend die feucht-warmen Tropenwälder Süd- und Mittelamerikas sind. Hier besiedeln sie, zusammen mit andren Epiphyten - Orchideen, Bromelien und Farnen - die Stämme und Äste der Urwaldbäume.
Diese Aufsitzer oder Überpflanzen sind keine Schmarotzer, wie irrtümlich häufig angenommen wird, sondern sie haften mit ihren Wurzeln lediglich auf der groben Baumrinde, die sie mit einem dichten Netz überziehen, um möglichst viel Niederschlagswasser und Nährstoffe aus Humusansammlungen - verrotetes Laub und Tierexkremente - aufnehmen zu können. Die Baumkronen sind zudem luftige und verhältnismässig gut belichtete Wuchsorte.
Quelle: Kakteen und andere Sukkulenten, Günter Anderson, Falken Verlag
Für was werden Kakteen genutzt?
Im Heimatland besteht er hauptsächlich in der Verwendungsmöglichkeit der Früchte zur menschlichen Ernährung. Die Früchte sind saftig, säuerlich bis süss und sitzen oft dicht gedrängt an den Scheiben der Opuntien und Rippen der Cereen. Opuntien wurden schon in vorkolumbianischer Zeit von den Indianern als Volksnahrung angebaut. Durch die Spanier kamen sie auch in die Mittelmeerländer, wo sie verwilderten. Stachellose, saftige Opuntienglieder dienten in Trockenzeiten als Viehfutter. Säulenkakteen bildeten Einzäunungen und wurden getrocknet als Brennholz, in Südamerika - meist wohl Helianthocereus pasacana - sogar als Bauholuz benutzt. Das Fleisch der grossen Ferocacteen in kleine Würfel geschnitten und kandiert, gab eine Art Konfekt. Der Naturschutz verbot diese Verwendung. Immerhin hat der Saft aus dem inneren der Ferocacteen mitunter schon Menschen vor dem verdursten gerettet. Aus Lophophora und manchen Trichocereen wurden hochwirksame Pharmaka isoliert. Zeitweise wurde aus Jungtrieben von Selenicereen (Königin der Nacht) eine Herzarznei hergestellt.
Quelle: Kakteen von A-Z, von Walther Haage, Quelle & Meyer
Was hat die Aussage: "Mutter der tausend Töchter" mit Kakteen zu tun?
In Schweden nennt man Kalanchoe daigremontiana (Crassulaceae) "Mutter der tausend Töchter", weil sie entlang ihrer Blattränder unzählige Brutknospen entwickelt. Sie machen die Vermehrung dieser Pflanzen sehr einfach. Bei uns heisst dieses interessante Gewächs auch "Goetepflanze", weil es den grossen Naturfreund so faszinierte, dass er ihm ausgedehnte Studien widmete. Die Blätter der Pflanze sind länglich-dreieckig und an den Rändern gekerbt. In den dadurch entstehenden Nischen bilden sich die Triebknospen. Sobald sie herangereift sind, fallen sie bei der geringsten Berührung ab. Wo sie dabei auf die Erde gelangen, und sei es die Topferde benachbarter Pflanzen, wurzeln sie an und wachsen munter weiter. Bereits an der Mutterpflanze sind die Brutknospen mit Würzelchen ausgestattet. Sie gehören zur Familie der Crassulaceae und stammen aus dem südwestlichen Teil der Insel Madagaskar.
Quelle: Alles über Zimmerpflanzen Sukkulenten, Horizont Verlag GmbH, Fielderstadt
Was unterscheidet Kakteen von Sukkulenten?
Kakteen gehören als Wasserspeicher ebenfalls zu den Sukkulenten. Die Abtrennung der besonders populären Kakteenfamilie von den "anderen Sukkulenten" durch die Kakteenliebhaber ist rein willkürlich. Dennoch: Kakteen kommen nur in Amerika vor und haben bei den meisten Arten Dornen. Viele Sukkulenten zeigen aufgrund ähnlicher Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt eine Wuchskonvergenz zu den Kakteen, gehören jedoch zu vielen verschiedenen anderen Pflanzenfamilien. Sie besitzen keine Dornen und kommen weltweit vor mit Schwerpunkt auf das südliche Afrika.
Quelle: www.sabon.org
Weshalb blüht die "Königin der Nacht" (Selenicereus grandiflorus) in der Nacht?
Viele Bewunderer der "Königin der Nacht" fragen sich, weshalb die Pflanze die schönen Blüten während der dunklen Nachtstunden entfaltet. Bereits kurz nach der Morgendämmerung beginnen die Blüten dann wieder zu verwelcken und nach ungefähr 12 Stunden ist die ganze Pracht vorbei. Das Phänomen der Nachtblütigkeit ist im Pflanzenbereich weit verbreitet; bei den Kakteen allein gibt es mehrere hundert Arten die dieses Phänomen zeigen. Vielen Gartenliebhabern ist vielleicht die Nachtkerze (Oenothera) bekannt, die dieses Phänomen ebenfalls zeigt. Bemerkenswert ist, dass die überwiegende Mehrzahl dieser Nachtblüher über grosse, weisse, vielblättrige Blüten und einen ausgeprägten, süsslichen bis säuerlichen Blütenduft verfügt. Darüberhinaus stammen viele der Nachtblüher mit derart gestalteteen Blüten aus tropischen und subtropischen Gegenden. Das ganze Phänomen ist in Zusammenhang mit der Bestäubung der Blüten zu sehen: Während in unseren heimischen Gefilden viele Blüten von Bienen, Schmetterlingen etc., bestäubt werden, haben sich in den Troppen und Subtropen viele Pflanzen an nachtfliegende Schwärmer, Nachtfalter und ähnliche Tiere angepasst. Nur diese sind auch in der Lage, mit der langen Zunge an dem Grunde der Blütenröhre produzierten Nektar zu erreichen. Der ausgeprägte Blütenduft lockt diese Insekten aus grösseren Distanzen an, und die grossen, weissen Blüten sind für die besonders angepassten Augen dieser Tiere auch in fast völliger Dunkelheuit zu sehen. Zudem hat man herausgefunden, dass die vielen schmalen Blütenblätter, ebenfalls ein typisches Kennzeichen vieler Nachtfalter-Blüten, beim vorbeifliegen des Insektes einen "Flicker-Effekt" bewirken, der das Insekt zusätzlich anlockt. Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass es bei den tropischen und subtropischen Pflanzen auch viele Arten gibt - darunter auch viele Kakteen, welche sich für die Bestäubung auf die ebenfalls nachtaktiven Fledermäuse verlassen. Blüten, die Fledermäuse anlocken, sind normalerweise nicht so gross, aber fleischig und kräftig gebaut. Normalerweise zeigen sie trübe, grünlich-weisse oder rosa-grünliche Farbtöne und verfügen über einen für unsere menschliche Nase unangenehmen, fauligen bis muffigen Geruch. Gerade unter den Säulenkakteen Brasiliens und des nördlichen Südamerikas (v.a. Arten der Gattung Pilocereus) gibt es eine grosse Anzahl Arten, die dieses Phänomen zeigen. Darunter sind sogar Arten, deren Blüten nach frischem oder fauligem Knoblauch riechen.
Quelle: Mitteilungen aus der Städtischen Sukkulentensammlung ZKG Nr. 19, Juni 1988